Gösseum - Das 1. virtuelle Braumuseum
BIERFÄSSER ANNO DAZUMAL
FASSFÜLLUNG
BIERFÄSSER HEUTE
DIE MASCHINEN DER FLASCHENABFÜLLUNG
BIERFLASCHENABFÜLLUNG
BIERFLASCHEN
MÄLZEREI
SUDHAUS
WÜRZEKÜHLUNG UND TRUB- AUSSCHEIDUNG
HEFE
GÄRUNG
REIFUNG
FILTERANLAGE
Audio Guide Einführung
Audio Guide Geschichte
Audio Guide Malzhaus
Audio Guide Sudhaus
Audio Guide Würzkühlung
Audio Guide Hefe
Audio Guide Gärung
Audio Guide Reifung
Audio Guide Filterung
Audio Guide Drucktankknoten
Audio Guide Bierfässer anno dazumal
Audio Guide Fass Füllung
Audio Guide Bierfässer Heute
Audio Guide Maschinen der Flaschenabfüllung
Audio Guide Flaschenabfüllung
Audio Guide Bierflaschen
Audio Guide Zutaten
Audio Guide Sponsoring
Audio Guide Provision of Power
Audio Guide CO2 Recovery Plant
Audio Guide Waste Water Disposal
Audio Guide Employees
Audio Guide Expiry Date
Allgemeines über Bier
Die Herkunft des Namens Bier ist noch nicht endgültig geklärt. Die Wissenschaftler streiten sich noch, ob bjorr, pivo oder biber namensgebend war. Tatsache ist, dass das Bier so alt wie der Ackerbau ist. Wahrscheinlich vergor ein zufällig stehen gelassener Getreidebrei durch in der Luft vorkommende Hefesporen – und somit war das erste Bier fertig. Offensichtlich mundete es den Menschen, denn gleichzeitig mit dem Brot wurde auch das Bier systematisch hergestellt. Bier ist ein kohlensäurehaltiges, leicht alkoholisches Getränk. Hauptmerkmal ist die Verwendung von Getreide. Grundsätzlich kann jedes stärkehaltige Getreide zum Bierbrauen verwendet werden, daher gibt es in fast allen Teilen der Welt verschiedene Biere, wie Hirsebier in Westafrika, Maisbier in Südamerika und den USA usw.
Standort Göss
904 schenkte der letzte karolingische König, Ludwig das Kind, einem Grafen Aribo ein Gebiet im Murtal, das 20 Königshuben umfasste. In der erhaltenen Schenkungsurkunde von 904 kommt auch die älteste Form des Namens Göss „villa Costiza“ vor. Dieses Schenkungsgebiet wurde ungefähr 100 Jahre später vom gleichnamigen Nachkommen des Grafen Aribo und dessen Gattin Adala als Grundausstattung des von ihm gegründeten Stiftes verwendet. Göss, um ca. 1020 gegründet, war dass älteste Stifte der Steiermark. In Göss – einem Zentrum zu Erziehung und Versorgung der Töchter des steirischen Adels – wurde auch Bier gebraut, allerdings nur für den Eigenbedarf, für etwaige Besucher, für die Beschäftigen des Stiftes usw. Es gab hier kein Konvent-Brauerei. 1459 erfolgte die früheste Nennung eines Bierbrauers im Gösser Urbar. Sein Name war Lienhard Neumeister. Im Jahre 1782 ist das Kloster von Josef II. aufgelöst worden – er betrachtete es als rein beschaulich -, jedoch kurz darauf wurde von ihm das Bistum Leoben gegründet, das nur einen Bischof hatte und nach dessen Tod (1800) wieder rückgegliedert wurde (1859). 1827 ersteigerte die Vordernberger Radmeisterkommunität die nunmehrige Staatsherrschaft Göss. 1860 erwarb der aus Graz stammende Bierbrauer Max Kober Grundstücke und Teile der Stiftsgebäude, in denen er die Gösser Brauerei gründete.
Vorhalle Einweichbottiche
Hier sind die3 Elemente symbolisiert: Wasser – Gerste- Hopfen Die Rohstoffe kommen zu 100 % aus Österreich Um auch die hohe Qualität des Bieres zu gewährleisten werden die Zutaten (Gerste, Hopfen) nur aus Österreich verwendet.
Wasser
Bier besteht zu 90% aus Wasser, es ist der wichtigste Rohstoff. Wasser aus (5) eigenen Brunnen im Brunnenwasserschutzgebiet am Braugelände; zusätzlich Anschluss an das Trinkwassernetz der Stadtgemeinde.
Malz
Gerste kommt aus dem Weinviertel Die Braugerste wird in großen Behältern, den Weichen, befeuchtet Das aufgenommene Wasser bringt die Gerste zum Keimen. Ca. 1 Woche keimt sie in großen Kästen ( Malztenne) . Dabei bilden sich Enzyme, die später im Sudhaus für die Bierwürze notwendig sind. Die keimende Gerste wird belüftet und gewendet mit einem Malzwender , alle 2 Stunden musste der Mitarbeiter das Malz wenden, um gleichmäßige Wärme und Durchfeuchtung zu garantieren. Heute wir das Malz aus Graz Steinfeld angeliefert.
Hopfen
Der Hopfen kommt aus dem südsteirischen Leutschach. Er ist das Gewürz des Bieres und für die Bitternote verantwortlich. Aus Qualitätsgründen wird er nach der Ernte zu Pellets oder Extrakt verarbeitet und muss bis zu seiner Verwendung kühl gelagert werden.
Museumsgebäude
Das Braumuseum befindet sich in Teilen der ehemaligen Mälzerei – um 1900 erbaut. Hier wurde auf Schüttböden bis 1977 aus Gerste Gerstenmalz erzeugt. Nach Gründung der STEIERERBRAU wurde die Mälzerei stillgelegt, da das Malz von der Großmälzerei am Grazer Steinfeld angeliefert wurde. Das eigentliche Museum umfasst die Vorhalle zur Malztenne und 2 Stockwerke des Gebäudes.
Bildnis des Max Kober
Max Kober wurde am 3. Jänner 1832 in Graz geboren. Er erlernte das Brauerhandwerk. Um für die damalige Zeit ein gutes Bier herstellen zu können, war eine große Erfahrung notwendig. Voraussetzung dafür war das Arbeiten in verschiedenen Brauereien. Max Kober volontierte in Wien, Laibach und München. Vor der Gösser Gründung war er noch erzherzoglicher Braumeister in Saybusch. Am 12. April 1860 erwarb Max Kober für 15.000 Gulden Teile der Gösser Stiftsgebäude, in deren Bereich sich laut urkundlicher Erwähnung bereits 1459 eine Brauerei befand. Max Kober erreichte im ersten Jahr einen Ausstoß von 2.240 hl Bier. In den folgenden Jahren konnte er die Produktion ständig steigern – 1893 waren es schon 63.000 hl. In diesem Jahr – also 1893 – wurde die „Max-Kobersche-Privatbrauerei“ in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Max Kober war auch in öffentlichen Funktionen tätig – so als Gemeinderat in Göss, als Mitglied der Leobener Handels- und Gewerbekammer oder als Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr. Er starb 1911 und wurde auf dem Friedhof St. Erhard in Göss beerdigt, wo sein Grabstein an der Friedhofsmauer heute noch erhalten ist.
1450 Stiftsgründung
Bestätigt dass ein Pierprewer Namens Lenhard der neue Leiter (Newmaister) im Kloster Bier gebraut hat.
Max Kober
Erwirbt ein Teil des Klosters und der Klosterbrauerei und gründetet die Gösser Brauerei .
1913
wurde erstmals der charakteristische Gösser Schriftzug mit den typischen „G“ verwendet.
1920
Gösser führt als erste Brauerei Österreichs die Pasteurisation ein. Gösser nimmt die Vorreiterrolle ein, wenn es um technische Neuerungen geht. Die Verwendung der Kronenkorken und der Öffner war damals so eine bahnbrechende neue , das die Handhabung in Zeitungsartikeln erklären musste. Gleichzeitig gelingt es der Marke schon damals in einer Zeit viele Neuerungen seine traditionellen Wurzeln nicht außer Acht zu lassen.
1940
Im Krieg wird die Gösser Brauerei teilweise zerstört. Dass Gösser die Rückschläge meistern kann, liegt wohl an der damals schon gewachsenen Kraft der Marke.
1955
Gösser Spezial Bier wurde schon beim Bankett anlässlich der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages im Wiener Schloss Belvedere gereicht.
1960
Das neue Lebensgefühl und der Aufschwung der 60er Jahre schlägt sich bei Gösser mit stolzen 828.000hl Bierausstoß nieder. In diesem Jahrzehnt formuliert Gösser den Slogan „ Gut Besser Gösser 1966
1970
Gösser besinnt sich auf bleibende Werte wie Qualität und Geschmack, eine Strategie , die sich in den nächsten Jahrzenten als erfolgreich erweisen soll.
1980
Der Slogan „Gut Besser Gösser Österreichs Beste Bier“ bewahrheitet sich.
1990er
In den 90ern beginnt die Partnerschaft mit dem Österreichischen Skiverband was bis heute noch besteht.
1997
Eröffnung des Braumuseums
2006/07
Gösser Zwickel und der Naturradler kommen als neue Sorte dazu und werden zur Top –Bierinnovation des Jahres gewählt.
2009 Die Grüne Brauerei
Gösser wird seiner Vorreiterrolle auf dem Weg zur ersten CO“ neutralen Brauerei mit dem „ „Energy Globe Award“ ausgezeichnet. Rückbesinnung auf die Kraft der Natur stehen im Zentrum.
2010
Gösser feiert sein 150jähriges Jubiläum mit dem Dunklen Zwickl Bier
2011
Der Naturradler Kräuter ist das neue Produkt. Bei Österreichs besten Bier kommen die Zutaten zu 100% aus Österreich AMS Gütesiegel verliehen.
2013
Einführung vom Gösser Naturgold Alkoholfrei , dem besten natürlichen trüben untergärigen alkoholfreien Bier in Österreich.
2014
Das „Kracherl“ ein alkoholfreier Zitronenradler erobert den Markt.
Kinect Wand eine Interaktive Wand
Aktuelle Themen, Promotions, TV Spots, Drehorte auf der Österreich Karte, Braumeister, Thema Alkohol, Rohstoffe, Statistiken von Bierkonsum , Fotos von der 150jahre Feier.
Stammtisch
Das ganze Sortiment von Gösser mit den dazu passenden Gläsern Bierempfehlung zum Essen wird hier präsentiert.
Quiztisch
Wo der Besucher die Möglichkeit hat sein Wissen zu testen und am Ende des Monats wird eine Gewinner ermittelt was eine Kiste Bier gewinnt.
3-D Film
In einen 3-D Film wird alles wissenswerte noch einmal zusammengefasst.
Glasvitrine mit Bierflaschen
Gezeigt werden Gösser Bierflaschen, die im Laufe des 20. Jh. verwendet wurden.
Brauereimodell
Es ist etwa 35 Jahre alt und – auf den heutigen technischen Stand bezogen – schon veraltet. Z.B. liegen hier die Lagertanks noch, was aus heutiger Sicht ungünstig ist, da der Sauerstoff eine zu große Angriffsfläche hat und die Qualität verändert. Die Gärung erfolgt heute nicht mehr in offenen Bottichen und für die Lagerung werden auch andere Tanks verwendet. Filtriert wird heute mit Kieselgur-Anschwemm-Filtern und Fassbier wird ausschließlich in Edelstahlfässer (Kegs) gefüllt.
Grüne Brauerei
Die Brauerei Göss ist weltweit die erste „Grüne Großbrauerei“ und verwendet ausschließlich erneuerbare Energien um Österreichs bestes Bier zu brauen. Somit fallen im Produktionsprozess keine Treibhausgase aus fossilen Energieträgern an, man produziert zur Gänze CO2-neutral. Mit Elektrizität aus Wasserkraft, einer Biomasse-Fernwärme-Heizung, einer 1500m² großen Solaranlage und erneuerbarer Energie aus der neu gebauten Anlage zur Vergärung von Biertrebern – Reststoffe der Bierproduktion – verzichtet man auf fossile Energieträger.100% österreichische Rohstoffe Um auch die hohe Qualität des Bieres zu gewährleisten werden für die Produktion ausschließlich heimische Rohstoffe verwendet – Hopfen aus dem südsteirischen Leutschach und Gerste aus dem östlichen Weinviertel - dafür trägt das Gösser Bier das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel.
Abfüllen und Etikettieren
Das Fassbier wurde in verschieden große Fässer gefüllt und von „Bierführern“, von Bierfuhrleuten den Wirten zugestellt. Transportfässer aus Aluminium wurden in geringer Zahl schon in den 30er-Jahren eingesetzt. Die Eichenholzfässer wurden vor jeder Füllung innen und außen mit geeigneten Spritzmaschinen gewaschen. Anschließend wurden sie frisch bepicht und nach dem Abkühlen nochmals mit sauberem, kaltem Wasser ausgespritzt. Mit Hilfe eines isobarometrischen Füllers = Gegendruckfüllers wurden sie manuell befüllt. Die Fässer wurden zuerst mit Pressluft vorgespannt – sie füllten sich dann „von selbst“. Im „Schaufenster“ sah man, ob das Fass voll war , dann sperre man die Zufuhr durch einen Hebel. Der Füller musste nun rasch Hammer und Spund ergreifen und das Fass verschließen. Auf der anderen Seite stand dann der Pressierer und rollte das Fass weg – es wurde zur Kühlung gebracht. Die Verwendung von Holzfässern brachte diverse Schwierigkeiten mit sich, so z.B. wurden einige Fässer undicht. Im Pressurapparat konnte die undichte Stelle ermittelt werden. Man senkte das Fass in das Wasserbecken und blies Pressluft hinein – Blubbern zeigte das Loch an. Die Fässer mussten nach Verwendung ausgebrannt und neu gepicht werden. Durch das Ausbrennen wurden sie mit der Zeit größer, es ging mehr Bier hinein – zum Schaden der Brauerei. Ein Wirt, der ein 50 l Fass bestellte, bezahlte immer 50 l , auch wenn vielleicht 52 l im Fass waren. Daher wurden die Fässer regelmäßig mit einem Eichapparat geeicht, wobei diese Prozedur von einem Beamten des Eichamtes überprüft wurde. Die frisch geeichten Fässer versah man mit dem Eichdatum und mit einer Inhaltsangabe (z.B. 52 l). Fässer die mehr als 53 l fassten, wurden dann in der Fassbinderei verkleinert oder ausgeschieden. Mit dem Aufkommen des Flaschenbieres kam Bewegung in die Art der Aufbewahrung und des Konsums. Bier in Flaschen war ursprünglich sehr teuer – es wurde nur in kleinen Mengen händisch gefüllt und verschlossen. Damals waren die Bierflaschen, die man in Glasbläsereien fertigte, von Brauerei zu Brauerei verschieden, später wurden sie in Europa einer Normierung unterzogen. Die Flaschenfüllung bedingte auch eine Entwicklung des Verschlusses. Der Kronenkorken, Ende des 19. Jh. in den USA patentiert, wurde 1930 in Göss eingeführt – mit einer Gebrauchsanweisung zur Handhabung desselben. Natürlich war ein Kronenkorken auch zugleich eine Werbung für das Bier. Seine Dichtung war ursprünglich ein Naturkork, dann wurde dieser durch PVC ersetzt (heute besteht der Dichtungsteil aus PE).Die Abfüllung des Bieres in Glasflaschen erfolgte mit einfachen Gegendruckapparaten. Filtriert wurde unmittelbar vor dem Handfüller; die Flaschen wurden händisch verschlossen. Das Keimfreimachen erfolgte mit einer recht urtümlich anmutenden Methode mit einem Tauchpasteur: Flaschen wurden in einen Wagen eingeordnet (meist Frauenarbeit). Dieser wurde mit einem Kran in den Tauchpasteur gehievt und dort aufgehitzt. Danach nahm man die Flaschen wieder aus dem Wagen und stellte sie auf ein Förderband, womit sie zum Etikettieren gebracht wurden. Eine Etikettiermaschine aus den 60er-Jahren hat sich erhalten. Nach dem Etikettieren wurden die Flaschen von Hand eingepackt.Viele Jahrzehnte lang wurde im Stadtgebiet das Bier auch mit Pferdefuhrwerken ausgeliefert. Ein Werbespruch bezog sich darauf: „Prächtige Rösser ziehen das Gösser“. Mit Ausbau des Eisenbahnnetzes und durch die bessere Haltbarkeit des Bieres wurde es möglich, Gösser Bier in alle Bundesländer und in das Ausland zu liefern. (So lobt z.B. auch Karl May in seinen Afrikaromanen mehrmals das österreichische Lagerbier. Nachdem er sich auch einmal in Leoben aufgehalten hat, wird er wahrscheinlich auch ein „Gösser“ getrunken haben.) Göss hat früh einen Bahnanschluss bekommen; diese schöne Eisenbrücke im Foto (1915 für Kriegszwecke errichtet, 84 m lang) ist heute ein technisches Denkmal.Die Steigerung des Bierkonsums aufgrund des höheren Lebensstandards nach dem 2. Weltkrieg, die enorme Zunahme des Flaschenbieranteils und das Aufkommen des Dosenbieres führten dazu, dass in den Brauereien in den letzten 3 Jahrzehnten praktisch alle Einrichtungen erneuert wurden. In Göss hat man viele der ausgetauschten Maschinen und Anlagen aufbewahrt und so kann man hier im Erdgeschoss sozusagen eine „alte Brauerei“ von der Mälzerei bis zur Flaschenfüllung sehen.
Eisschneidewerkzeuge
Früher konnte man nur im Winter brauen. So gab es von Josephi (19. März) bis Michaeli (29. September) wegen der fehlenden Kühlung praktisch kein Bier. Das letzte gute Bier war daher das Märzenbier – der Name hat sich bis heute erhalten. In Göss gab es 2 Eisteiche. Wenn im Winter die Teiche zugefroren waren, gingen die Eisschneider mit den hier zu sehenden Werkzeugen auf das Eis. Man schlug mit Stemmeisen Löcher in die Eisdecke und mit Sägen, die einen schweren Gegenzug hatten, schnitt man große Blöcke aus dem Eis. Diese transportierte man zur Brauerei, um damit die Keller zu kühlen, aber auch die Wirte zu beliefern. Ein großer Schritt vorwärts in Richtung Qualität war sicherlich die Einrichtung einer künstlichen Kühlung 1897/98 durch die Prager Firma Ringhofer, wodurch im Gegensatz zur Natureis-Kältequelle die wichtige Konstanz der Temperatur für Gärung und Nachgärung gesichert wurde. Bis 1955 wurden die Kühlaggregate mit Natureis aus den Gösserteichen unterstützt.
Gären, Lagern, Pasteurisieren
Die abgekühlte Bierwürze wurde mit Bierhefe versetzt und in Gärbottiche gepumpt. Diese waren ursprünglich aus Holz, später aus Beton und/oder aus Metall. Die Hefe wirkte nun und die alkoholische Gärung begann > Malzzucker wurde in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Nach der Hauptgärung wurde die Hefe abgezogen und bis zur Wiederverwendung (ca. 4x) in Hefewannen aufbewahrt, die durch Kühlschlangen kalt gehalten wurden. Nach dem Gären kam das Bier in den Lagerkeller. Bis 1964 hatte Göss 1.400 Lagerfässer aus Eichenholz; dann wurden sie durch Aluminiumtanks ersetzt, die schon leichter zu reinigen waren. Im Lagerkeller war der Spunder für den Druck in den Lagertanks verantwortlich; er musste den Gegendruck einstellen und täglich kontrollieren, ob der Gegendruck in Ordnung war. Ansonsten musste dieser reguliert werden. Ursprünglich hatte jeder Tank einen Spundapparat, später wurden alle Tanks mit einem Schlauch verbunden und gemeinsam kontrolliert. Bei so vielen Tanks hatte man nicht immer die gleiche Gärung – um Unterschiede auszugleichen, verschnitt man das Bier > Verschneidebock. Nach dem Verschneiden wurde das Bier filtriert. Ursprünglich servierte man das Bier trüb („Zwickelbier“) – erst um die Jh.-Wende entwickelte sich die Filtration des Bieres. Zuerst wurde das eher seltene und teure Flaschenbier filtriert, später, ab den 20er-Jahren des 20. Jh. begann man auch das Fassbier zu filtrieren. In der Filtermassenpresse wurden Baumwolle, Zellulose und Asbest (heute strengstens verboten!) zu einem sog. „Kuchen“ gepresst, den man in die Filter einspannte und damit filtrierte. Ab den 50er-Jahren fanden Kieselgur-Filter immer mehr Verbreitung. (Kieselgur ist der Panzer mikroskopisch kleiner Kieselalgen und wird heute meist im Tagbau gewonnen.) Da meist mit größerer Leistung filtriert als abgefüllt wurde, musste das Bier in Puffertanks unter Gegendruck zwischengelagert werden, ohne dabei CO2 zu verlieren. Die Erkenntnisse eines Louis Pasteur führten zu einer Keimfreimachung durch Erhitzten. Ursprünglich wurde Bier nur aus Fässern getrunken. Der Spruch „Das schönste Nass – ein Bier vom Fass“ heißt eine der immer wieder ausgesprochenen Bierregeln. Der besondere Vorzug des Fassbieres liegt in seiner unverwechselbaren Frische. Bei keinem anderen Bier ist der Weg von der Brauerei zum Verbraucher so kurz wie beim Fassbier. Das Fassbier wurde nach dem Filtrieren durch einen Plattenpasteur pasteurisiert, bevor man es in Fässer füllte. („Pasteurisieren“ heißt, eine Flüssigkeit kurze Zeit so stark zu erhitzen, dass darin enthaltene Keime zuverlässig abgetötet werden.)
Maischen, Läutern, Kühlen
Im Sudhaus wurde der Schrot mit Wasser in der Maischepfanne vermischt und dann langsam bis etwa 75°C erhitzt. Nun arbeiteten die Enzyme, die beim Vermälzen des Getreides entstanden, und verwandelten die Stärke in Maltose. Das Endergebnis dieses Prozesses war die „süße Würze“ oder „Vorderwürze“. Unter dem Läuterbottich war früher der Läutergrant angebracht. Beim Abläutern öffnete man die Hähne langsam und die Vorderwürze begann zu fließen. Im Bottich blieben die Biertrebern (feste Bestandteile des Malzes) hängen. Die durch den Läutergrant rinnende Flüssigkeit wurde zur Sudpfanne weitergepumpt, wo der Hopfen zugesetzt und die Würze gekocht wurde. (In den 60er-Jahren wurde 4 h gemaischt, 2 h geläutert und 2 h gekocht.) Nach dem Kochen pumpte man die heiße Würze auf die Kühlschiffe, wo sie etwa ½ h blieb, um den Trub (Eiweiß – und Hopfenharze) abzuscheiden. Danach führte man die Würze langsam zum Berieselungskühler, wo sie auf 6 – 8 °C abgekühlt wurde. Mitgeflossener Trub setzte sich in den Wannen ab und wurde in Trubsäcke gefüllt, die ursprünglich über Nacht zum Ausrinnen aufgehängt, später ausgepresst wurden.
Weichen und Tenne
In den Weichen (siehe „Vorhalle“) wurde die Gerste einen Tag lang in 10 °C kaltem Wasser eingeweicht, bis sie etwa 40 – 46 % Wasser aufgenommen hatte. Danach wurde die Gerste (Nasshaufen) auf Tennenböden in 3 Stockwerken aufgeschüttet und zum Keimen gebracht. Es gab hier Steinböden, und die Fenster waren verdunkelt, damit das Sonnenlicht die Keimlinge nicht grün und für den Bierbrauer unbrauchbar werden ließ. Beim Keimen bilden sich Enzyme, die später (im Sudhaus im Maischbottich) die Zuckerbildung möglich machen. Man keimt das Getreide etwa 6 Tage bei 15 – 18 °C. Währen der Keimung muss Wärme und CO2 laufend durch das Wenden der Haufen entfernt werden. (Diese Arbeit sieht man im Foto an der Wand.) Nach etwa einer Woche hatte man den Althaufen (Grünmalz) – es fehlte aber der charakteristische Malzgeschmack – es musste daher gedarrt werde. Bei der Darrung bei 80 °C entsteht helles Malz, bei 110 °C dunkles Malz. Nach dem Abdarren wurde das Malz geschrotet = grob gemahlen. Wir haben hier einen sehr alten Schrotkasten, der in Falkenstein / Kärnten verwendet wurde. Diese Schrotkästen liefen auf Schienen, so dass man mit Ihnen direkt in das Sudhaus fahren konnte.
BIERFÄSSER ANNO DAZUMAL
FASSFÜLLUNG
BIERFÄSSER HEUTE
DIE MASCHINEN DER FLASCHENABFÜLLUNG
BIERFLASCHENABFÜLLUNG
BIERFLASCHEN
MÄLZEREI
SUDHAUS
WÜRZEKÜHLUNG UND TRUB- AUSSCHEIDUNG
HEFE
GÄRUNG
REIFUNG
FILTERANLAGE